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Philip Ellis: entscheidender Karriereschritt mit Audi Sport

18.10.2017. Philip Ellis hat den Audi Sport TT Cup 2017 gewonnen und damit einen entscheidenden Schritt in seinem Leben gemacht.

Nach Anfängen im Rennsport hat er seine schnelle Laufbahn unterbrochen und sich auf sein Studium konzentriert. Erst mit Audi ist er wieder auf die Strecke zurückgekehrt und hat dank einer Siegprämie von 150.000 Euro für den Gewinn des Audi Sport TT Cup nun beste Voraussetzungen, seine Karriere fortzusetzen.

Freundlich, schnell, sprachgewandt und taktisch klug: Philip Ellis bringt viele Eigenschaften mit, die ihn für den Rennsport und sein mediales Umfeld prädestinieren. Er startete als einer von nur zwei Piloten, die bereits ein Jahr Erfahrung im Audi Sport TT Cup mitbrachten, in die Saison 2017. Schon früh fuhr er sich einen Vorsprung heraus. Mit Mikel Azcona hatte er allerdings bald einen starken Gegner. Beide kämpften bis zum Finale in Hockenheim um den Titel. Nach fünf Saisonsiegen kürte er sich vorzeitig zum Meister – genau fünf Tage nach seinem 25. Geburtstag.

„Das war der bislang größte Erfolg meiner Karriere“, freute er sich. Geboren in München, ist er dort bis zu seinem sechsten Lebensjahr aufgewachsen, bevor er in die Schweiz übersiedelte. Heute lebt er in Baar im Schweizer Kanton Zug. Sein Vater stammt aus Wales, und so hat sich Philip Ellis auf seinem 340 PS starken Rennwagen und seinem Rennoverall für die britische Flagge entschieden. Fragt man ihn, ob er sich eher als Schweizer, Brite oder Deutscher fühlt, antwortet er am liebsten: „Ich bin ein Europäer.“

Bevor Ellis zum Motorsport kam, hat er in seiner Jugend zehn Jahre lang Eishockey gespielt. „Ich war Stürmer im Nachwuchsteam des EV Zug, denn für die Positionen Center und Verteidiger war ich zu klein“, sagt der 1,74 Meter große Sportler mit der Rennfahrer-Idealfigur. Nach privaten Trainingstagen in einem Formel-Rennwagen stieg der Nachwuchspilot ohne jegliche Rennerfahrung 2011 in den Motorsport ein und gewann die Schweizer LO Formel Lista. Ein Jahr darauf führte ihn sein Weg in die Formel 3 Euro Serie. „Leider war das nicht optimal“, gesteht er sich im Rückblick ein. Danach wurde es ruhig um das Talent. „Ich entstamme keiner Rennsport-Familie und hatte keine Kontakte, um weiterzumachen.“ Stattdessen konzentrierte er sich auf sein Studium des Internationalen Managements. Aktuell absolviert er an der Hochschule Luzern das fünfte Semester.

Als Ellis den Rennfahrer Levin Amweg kennenlernte, der die erste Saison im Audi Sport TT Cup bestritt, empfahl ihm der Schweizer den Markenpokal zum Wiedereinstieg in den Rennsport. „Ich habe in meiner ersten Saison im Jahr 2016 viel gelernt“, sagt der neue Champion rückblickend. „Jedes Wochenende habe ich im Detail analysiert, mir Onboard-Aufnahmen und Daten angesehen und bin die Rennen Runde für Runde durchgegangen.“ Ein Schlüssel zum Erfolg: Die Reifen von Partner Hankook. „Man muss sie richtig aufwärmen. Der Druck ist entscheidend, denn er verändert sich im Rennverlauf, wenn sich die Pneus aufheizen.“ Ergänzend nutzt der Nachwuchspilot die Möglichkeiten der virtuellen Welt. „Aus Spaß habe ich oft mehrere Stunden täglich verschiedene Strecken-Ideallinien im Simulator ausprobiert. Parallel dazu liefen Onboard-Aufnahmen aus den Qualifyings der Saison 2016, um einen möglichst realistischen Eindruck zu haben.“

Doch nicht nur das Auto galt es zu beherrschen. „Philip ist clever genug, Rennsituationen lesen und auch einmal zurückstecken zu können“, sagt der dreimalige Le-Mans-Sieger Marco Werner, der alle Junioren als Instruktor begleitet. Nur selten unterliefen ihm Fehler, lediglich einen selbstverschuldeten Ausfall hatte er zu verbuchen. In elf von 13 Läufen stand er auf dem Podium, 24 Zähler Vorsprung waren deutlich.

Sein Ziel: „Natürlich würde ich längerfristig gerne Profi werden“, sagt Philip Ellis. „Mit Audi habe ich meine Karriere wiederbelebt. Dank des Förderpakets habe ich jetzt eine Chance, mit dieser Marke in den GT-Sport aufzusteigen. Ich bin schon sehr gespannt, was mich in der Saison 2018 erwartet.“

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